17.10.2026

May the Source be with you – Hamburgs Weg in die digitale Souveränität


Die Jungen Liberalen Hamburg setzen sich für eine digital souveräne Hamburger 
 Verwaltung auf Basis von Open Source und offenen Standards ein.
 Wir fordern…

 1. die Bürgerschaft zur Einführung eines echten Open-Source-Vorrangs auf.
 Die bloße Gleichbehandlung im Hamburgischen Verwaltungsdigitalisierungsgesetz reicht 
 nicht aus. Nach dem Vorbild des Bundes muss bei Neubeschaffungen und Neuentwicklungen 
 Open-Source-Software vorrangig eingesetzt werden, sofern sie die fachlichen und 
 sicherheitstechnischen Anforderungen erfüllt und wirtschaftlich ist. Ein pauschales 
 Verbot proprietärer Software lehnen aber wir ab.

2. Öffentliches Geld, öffentlicher Code.
 Software, die mit Mitteln der Freien und Hansestadt Hamburg oder durch Dataport für 
 Hamburg entwickelt wird, muss grundsätzlich unter einer freien Lizenz auf der 
 Plattform Open CoDE veröffentlicht werden, sofern keine konkreten Sicherheitsgründe 
 entgegenstehen. Was die Bürgerinnen und Bürger bezahlt haben, soll ihnen auch 
 gehören. Hamburg muss sich dafür einsetzen, dass dieses Prinzip im gesamten Dataport-
 Verbund gilt und Lösungen gemeinsam mit den Partnerländern nachgenutzt werden.

 3. den Senat zu einer souveränen Cloud-Strategie auf.
 Sensible Verwaltungsdaten gehören in eine Cloud, die nicht dem Zugriff ausländischer 
 Behörden unterliegt. Sie sind daher bei Dataport oder bei europäischen Anbietern zu 
 verarbeiten. Das vom Senat erwähnte Rückzugskonzept für Microsoft-365-Clouddienste 
 muss der Bürgerschaft vorgelegt und zu einer echten Exit-Strategie mit Zeitplan 
 ausgebaut werden. Ein Notfallplan, den niemand kennt, ist kein Notfallplan.

 4. Kooperation statt teurer Eigenentwicklungen.
 Nach dem Phoenix-Debakel darf Hamburg nicht erneut Millionen in Eigenentwicklungen 
 versenken. Stattdessen muss die Stadt auf bewährte und gemeinsam gepflegte Lösungen 
 wie openDesk, LibreOffice, Open-Xchange und Nextcloud setzen. Dafür soll sie eng mit 
 Schleswig-Holstein, den weiteren Dataport-Trägerländern und dem Zentrum für Digitale 
 Souveränität zusammenarbeiten. Die Lehren aus Phoenix, insbesondere zu Steuerung, 
 Zielklarheit und Abbruchkriterien, sind öffentlich aufzuarbeiten.

 5. die Stärkung der Hamburger IT-Wirtschaft.
 Open Source schafft Wettbewerb, denn jeder Dienstleister kann Betrieb und 
 Weiterentwicklung anbieten. Ausschreibungen für Support und Weiterentwicklung müssen 
 daher in kleinen Losen erfolgen, damit sich auch Hamburger und europäische 
 Mittelständler und Start-ups beteiligen können. So bleibt das Geld, das bisher in 
 Lizenzgebühren abfließt, als Wertschöpfung in der Region.

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