17.10.2026

„GIG“ – Gebaut ist Geil – Neubau in Hamburg entfesseln

Wohnen in Hamburg wird immer teurer. Konkret stieg die mittlere Angebotsmiete von 
 11,81 Euro je Quadratmeter nettokalt im Jahr 2018 auf 15,68 € im Jahr 2024 – ein Plus 
 von rund 33 Prozent und damit sichtbar stärker als der Bundestrend. Gerade für 
 einkommensschwache Menschen oder junge Familien bedeutet dies häufig, dass ein 
 mögliches Wohnen in Hamburg oder das Finden einer größeren Wohnung zunehmend, auch 
 trotz teilweise hohen Einkommen, schwer wird. Angesichts dieser Sachlage ist für uns 
 Junge Liberale Hamburg klar: So darf es nicht weitergehen! Das Tor zur Welt darf 
 nicht zur Grenze des Bezahlbaren degenerieren.

 Warum steigen die Mieten so stark? Weil in Hamburg eine hohe Nachfrage auf einen zu 
 geringen Wohnungsbestand trifft. Ein Ende des Zuzugs nach Hamburg ist in der Zukunft 
 nicht in Sicht. Um den steigenden Mietkosten entgegenzuwirken, muss mehr gebaut 
 werden.

 Deswegen fordern wir Jungen Liberalen Hamburg

 1. Baurechtliche Regularien abbauen

 Bereits die Notwendigkeit einer Genehmigungsfiktion ist Ausdruck eines langjährigen 
 Staatsversagens. Werden derart viele komplexe Regularien geschaffen, dass selbst der 
 amtliche Behördenapparat nicht mehr binnen einiger Monate hinterherkommt, dann muss 
 dringend hinterfragt werden, ob diese noch in einem angemessenen Verhältnis zu ihrem 
 eigentlichen Zweck stehen. Wir fordern daher, die baurechtliche Regulatorik zu 
 entschlacken. Konkret fordern wir die grundsätzliche Überprüfung jedweder 
 baurechtlichen Verwaltungsvorschrift auf ihre Notwendigkeit. Im Zweifel ist 
 fragwürdige Regulatorik schnellstmöglich abzuschaffen. Der Hamburger Senat soll auch 
 durch eine Bundesratsinitiative lautstark hierauf hinwirken. Den Umfang des 
 Denkmalschutzes wollen wir reduzieren.

 2. Hamburg als baurechtliche KI-Hauptstadt                                        
 Für uns ist klar, dass der behördliche Alltag nicht in einer Kohlegrube des 20. 
 Jahrhunderts vertrocknen darf: Wenn die globale Privatwirtschaft durch die Nutzung 
 künstlicher Intelligenz schneller wird, dann muss auch die öffentliche Verwaltung auf 
 dieses Tempo beschleunigen. Gerade der hohe Bedarf an neuem Wohnungsbau macht das 
 Baurecht für erste Einsätze spannend. Wir fordern daher den Senat auf umgehend auf, 
 mögliche Implementierungen von KI-Werkzeugen im Baurecht, sowie bei weiteren 
 Verwaltungsaufgaben zu prüfen und sich um eine zeitnahe Implementierung zu bemühen.

 3. Grunderwerbsteuer und anfängliche Grundsteuer auf Neubau aussetzen         
 Das vom Hamburger Senat verkündete Ziel, jährlich 10.000 neue Wohnungen bauen zu 
 wollen, ist auch 2025 im vierten in Folge kläglich gescheitert. Auch ist 
 bemerkenswert, dass ebenfalls die Anzahl der eingereichten Bauanträge gesunken ist. 
 Es sind daher dringende marktstimulierende Anreize notwendig, damit Bauen 
 wirtschaftlich attraktiver wird. Hamburg muss hierbei alle seine Hebel in Bewegung 
 setzen. Wir fordern daher:

  •  die Grunderwerbsteuer bei dem Kauf eines Neubaus in Hamburg mittelfristig 
     auszusetzen oder die Grunderwerbssteuer demjenigen zurückzuzahlen, der einen 
     Bauantrag für einen Neubau auf einem zuvor erworbenen Grundstück genehmigt 
     erhalten ist.
  •  Grundstücke, auf denen durch Neubau Wohnungen geschaffen worden sind, für die 
     folgenden zehn Jahre vollständig von der Grundsteuer auszunehmen.

 4. Tatsächlich soziale Voraussetzungen schaffen: Drittelmix abschaffen       
 Hamburg verpflichtet zum Drittelmix: Wer auf privaten Flächen 30 neue Wohnungen 
 erbauen lässt, ist dazu verpflichtet mindestens 35% im öffentlich geförderten 
 Mietwohnungsbau zu errichten. Hierfür erhält der Bauherr begrenzte Zuschüsse, wird 
 jedoch dazu verpflichtet die Wohnung für min. 30 Jahre zu sehr geringen Preisen zu 
 vermieten. Zugang zu den Wohnungen haben nur Menschen mit Wohnberechtigungsschein; 
 also einem besonders geringen Einkommen. Hierfür erhält der neue Vermieter monatliche 
 Zuschüsse durch die Stadt. Hamburg investiert somit in Symptomtherapie, anstatt 
 selbst Wohnungen zu bauen oder die Baukosten gezielt zu senken. Würde ausreichend 
 gebaut, wäre die Maßnahme nicht erforderlich. Auch schwächt das Konzept der 
 öffentlich geförderter Wohnungen Leistungsanreize: Wer aufgrund eines steigenden 
 Einkommens seinen Förderstatus verliert, hat am Ende häufig keinen Cent mehr in der 
 Tasche oder sogar weniger. Auch wird durch die Steuerfinanzierung die Miete des 
 Nachbarn von der breiten Hamburger Gesellschaft gezahlt. All das lehnen wir ab und 
 fordern daher den Drittelmix restlos abzuschaffen.

 5. Bebauungspläne liberalisieren: Wandel ermöglichen            
 Bebauungspläne legen fest, wie Grundstücke genutzt und bebaut werden dürfen. Das 
 schafft Planungssicherheit, kann aber zu einem Problem werden, wenn die einmal 
 festgelegte Nutzung nicht mehr zur Nachfrage passt. Während in Hamburg erheblicher 
 Bedarf an Wohnraum besteht, ist in den letzten Jahren wesentlich mehr Bürofläche 
 entstanden, während 13,7 % weniger Bürofläche vermietet wurde. Wir fordern daher 
 Bebauungspläne durch die stark vermehrte Ausweisung von „urbanen Gebieten“ zu 
 flexibilisieren. Anträgen auf Umwandelung der Bebauungsplänen, zur Schaffung von 
 Wohnraum in früheren Büroflächen, soll eine Vorrangprüfung eingeräumt werden. Auch 
 hier fordern wir bestehende Regulatorik überall, wo nicht dringend notwendig, 
 abzuschaffen.

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