20.06.2026

Sicher unterwegs: Diskrete Hilfe im Hamburger ÖPNV ermöglichen

Die Sicherheit und das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste sind zentrale Voraussetzungen 
 für einen attraktiven öffentlichen Personennahverkehr. Wer Busse, U Bahnen, S Bahnen 
 oder Bahnhöfe nutzt, muss sich darauf verlassen können, auch in unangenehmen oder 
 unsicheren Situationen schnell Hilfe zu erreichen.

 Die Hamburger Verkehrsunternehmen haben in den vergangenen Jahren bereits 
 verschiedene Maßnahmen ergriffen, um die Sicherheit in Fahrzeugen und an Stationen zu 
 erhöhen. Dazu gehören Sicherheitsdienste vor Ort, Notrufeinrichtungen auf Bahnsteigen 
 und in Zügen sowie Informations und Sensibilisierungskampagnen. Diese Maßnahmen sind 
 wichtig und richtig. Dennoch gibt es weiterhin Situationen, in denen Fahrgäste sich 
 unwohl fühlen, ohne dass unmittelbar ein akuter Notfall vorliegt.

 Hierzu zählen etwa stark alkoholisierte oder aggressiv auftretende Personen, 
 lautstarke Konflikte, Belästigungen, bedrängendes Verhalten oder andere Störungen des 
 Sicherheitsempfindens. Gerade in solchen Situationen ist die Hemmschwelle hoch, 
 öffentlich sichtbar einen Notrufknopf zu betätigen, eine Notrufsäule zu nutzen oder 
 telefonisch Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Viele Fahrgäste möchten 
 Sicherheitspersonal informieren, ohne die Situation weiter eskalieren zu lassen.

 Für uns Junge Liberale ist klar: Ein moderner ÖPNV muss nicht nur leistungsfähig und 
 bezahlbar sein, sondern auch ein Sicherheitsgefühl vermitteln. Dazu gehört, dass 
 Fahrgäste niedrigschwellig, schnell und diskret Unterstützung anfordern können. 
 Digitale Anwendungen bieten hierfür großes Potenzial. Wer ohnehin hvv App, hvv switch 
 oder andere digitale Angebote nutzt, sollte dort auch unkompliziert Hinweise an 
 Sicherheitspersonal übermitteln können.

 Eine solche Funktion ersetzt keinen Notruf bei akuter Gefahr. Sie ergänzt bestehende 
 Sicherheitsstrukturen dort, wo Fahrgäste unsichere Situationen melden möchten, bevor 
 sie eskalieren. So kann Sicherheitspersonal gezielter reagieren, Fahrgäste erhalten 
 eine niedrigere Hemmschwelle zur Kontaktaufnahme und der ÖPNV wird insgesamt 
 attraktiver.

 Die Jungen Liberalen Hamburg fordern daher:

  1.  Die zuständige Fachbehörde soll sich gemeinsam mit dem hvv, der Hamburger 
     Hochbahn AG, der S Bahn Hamburg und weiteren Verkehrsunternehmen dafür 
     einsetzen, dass bestehende digitale Angebote im Hamburger ÖPNV um eine direkte 
     und diskrete Kontaktmöglichkeit zum Sicherheitspersonal ergänzt werden.
  2.  Eine solche Funktion soll niedrigschwellig ausgestaltet werden, etwa über eine 
     Chat oder Meldemaske in bestehenden Apps, und eine möglichst einfache Angabe von 
     Linie, Fahrzeug, Haltestelle oder Standort ermöglichen.
  3.  Zusätzlich sollen bestehende Notfallnummern und Kontaktmöglichkeiten zum 
     Sicherheitspersonal in Fahrzeugen, an Haltestellen und in digitalen Angeboten 
     des hvv sichtbarer dargestellt werden.
  4.  Bei der Umsetzung soll klar zwischen akuten Notfällen und sonstigen 
     Sicherheitsstörungen unterschieden werden, damit Notrufstrukturen nicht 
     überlastet werden und Fahrgäste in jeder Situation den passenden Kontaktweg 
     finden.

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