Die Sicherheit und das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste sind zentrale Voraussetzungen
für einen attraktiven öffentlichen Personennahverkehr. Wer Busse, U Bahnen, S Bahnen
oder Bahnhöfe nutzt, muss sich darauf verlassen können, auch in unangenehmen oder
unsicheren Situationen schnell Hilfe zu erreichen.
Die Hamburger Verkehrsunternehmen haben in den vergangenen Jahren bereits
verschiedene Maßnahmen ergriffen, um die Sicherheit in Fahrzeugen und an Stationen zu
erhöhen. Dazu gehören Sicherheitsdienste vor Ort, Notrufeinrichtungen auf Bahnsteigen
und in Zügen sowie Informations und Sensibilisierungskampagnen. Diese Maßnahmen sind
wichtig und richtig. Dennoch gibt es weiterhin Situationen, in denen Fahrgäste sich
unwohl fühlen, ohne dass unmittelbar ein akuter Notfall vorliegt.
Hierzu zählen etwa stark alkoholisierte oder aggressiv auftretende Personen,
lautstarke Konflikte, Belästigungen, bedrängendes Verhalten oder andere Störungen des
Sicherheitsempfindens. Gerade in solchen Situationen ist die Hemmschwelle hoch,
öffentlich sichtbar einen Notrufknopf zu betätigen, eine Notrufsäule zu nutzen oder
telefonisch Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Viele Fahrgäste möchten
Sicherheitspersonal informieren, ohne die Situation weiter eskalieren zu lassen.
Für uns Junge Liberale ist klar: Ein moderner ÖPNV muss nicht nur leistungsfähig und
bezahlbar sein, sondern auch ein Sicherheitsgefühl vermitteln. Dazu gehört, dass
Fahrgäste niedrigschwellig, schnell und diskret Unterstützung anfordern können.
Digitale Anwendungen bieten hierfür großes Potenzial. Wer ohnehin hvv App, hvv switch
oder andere digitale Angebote nutzt, sollte dort auch unkompliziert Hinweise an
Sicherheitspersonal übermitteln können.
Eine solche Funktion ersetzt keinen Notruf bei akuter Gefahr. Sie ergänzt bestehende
Sicherheitsstrukturen dort, wo Fahrgäste unsichere Situationen melden möchten, bevor
sie eskalieren. So kann Sicherheitspersonal gezielter reagieren, Fahrgäste erhalten
eine niedrigere Hemmschwelle zur Kontaktaufnahme und der ÖPNV wird insgesamt
attraktiver.
Die Jungen Liberalen Hamburg fordern daher:
- Die zuständige Fachbehörde soll sich gemeinsam mit dem hvv, der Hamburger
Hochbahn AG, der S Bahn Hamburg und weiteren Verkehrsunternehmen dafür
einsetzen, dass bestehende digitale Angebote im Hamburger ÖPNV um eine direkte
und diskrete Kontaktmöglichkeit zum Sicherheitspersonal ergänzt werden. - Eine solche Funktion soll niedrigschwellig ausgestaltet werden, etwa über eine
Chat oder Meldemaske in bestehenden Apps, und eine möglichst einfache Angabe von
Linie, Fahrzeug, Haltestelle oder Standort ermöglichen. - Zusätzlich sollen bestehende Notfallnummern und Kontaktmöglichkeiten zum
Sicherheitspersonal in Fahrzeugen, an Haltestellen und in digitalen Angeboten
des hvv sichtbarer dargestellt werden. - Bei der Umsetzung soll klar zwischen akuten Notfällen und sonstigen
Sicherheitsstörungen unterschieden werden, damit Notrufstrukturen nicht
überlastet werden und Fahrgäste in jeder Situation den passenden Kontaktweg
finden.