20.06.2026

Resilienz der ÖPNV-Verbindung in den Hamburger Süden – Fährverbindung zwischen Harburg und den Landungsbrücken

I. Präambel

Die Anbindung mittels öffentlicher Verkehrsmittel in den Hamburger Süden fällt immer wieder durch ihre Unzuverlässigkeit auf. Das maßgebliche Problem ist hierbei, dass der Schienennahverkehr in den Süden im Wesentlichen lediglich über einen Korridor angebunden ist. Sowohl die S3 als auch die S5 fahren beide durch den Harburger S-Bahn-Tunnel und nutzen denselben Weg bis zum Hauptbahnhof.

 So kommt es bei jeglichen Störungen, Bauarbeiten oder anderen Einschränkungen zum Erliegen der Hauptverbindung von Süden nach Norden. Dies bringt die Pendler, die auf diese Strecke angewiesen sind, regelmäßig zur Verzweiflung, da sie auf diese Strecke angewiesen sind.

 Denn in solchen Fällen bleiben derzeit nur wenige Alternativen. Je nachdem, auf welchem Bereich die S-Bahn nicht mehr verkehrt, kommen Bus, Taxi, die Weiterfahrt mit Regionalzügen oder eine Kombination aus diesen Mitteln in Frage. Dies führt aber auch in jeden Fall zu deutlich längeren Fahrzeiten, überfüllten Verkehrsmitteln und einer insgesamt unzuverlässigen Verkehrssituation.

 Aus diesem Grund fordern wir mehr Resilienz in der ÖPNV-Anbindung des Hamburger Südens 
 durch einen weiteren, unabhängigen Verkehrsweg, die Fähre:

 II. Umsetzung

 Für die Fähre soll der ehemalige Fähranleger Dampfschiffweg in Harburg wieder in 
 Betrieb genommen werden. Zwischen diesem und den St.-Pauli-Landungsbrücken soll die 
 Fähre verkehren. Naheliegend wäre der Betrieb durch die HADAG, dem Tochterunternehmen 
 der Hamburger Hochbahn AG. Die Fähre soll vollständig in den HVV-Tarif integriert 
 sein, damit sie auch eine realistische Alternative für Pendler darstellt.

 Dabei soll zuerst geprüft werden, ob eine geeignete, schnelle Route existiert. 
 Bevorzugt soll für die Fähre die Route Süderelbe – Köhlbrand – Norderelbe in Betracht 
 gezogen werden. Hier sollte sich um eine Sondergenehmigung für das schnellere 
 Verkehren im Hafen bemüht werden, damit die Fähre konkurrenzfähig zur S-Bahn ist.

 Zur Konkurrenzfähigkeit gehört auch eine adäquate Anbindung des Fähranlegers in den 
 ÖPNV in Harburg. Hierzu ist es notwendig, dass am Fähranleger eine Bushaltestelle 
 errichtet wird, von der aus sowohl die S-Bahn-Station Bahnhof Harburg als auch 
 Harburg Rathaus erreichbar sind. Auch sind an dem Fähranleger genügend 
 Fahrradstellplätze vorzusehen, sodass Pendlern ein einfacher Umstieg ermöglicht wird.

 Bei Störungen, Bauarbeiten oder Ausfällen sollte im Idealfall der Betrieb der Fähre 
 ausweitbar sein, zum Beispiel durch eine Erhöhung der Taktung oder dem Einsatz 
 größerer Schiffe.

 Die Einrichtung der Fähre soll zunächst als Pilotprojekt erfolgen. Hier können 
 Nachfrage, Auslastung, Fahrzeiten, Betriebskosten und geeignete Taktungen erfasst 
 werden. Auf Grundlage eines solchen Pilotbetriebs soll dann mit den gesammelten 
 Werten eine dauerhafte Fähre in geeignetem Umfang eingerichtet werden.

 III. Harburg als Tourismusort

 Eine Fährverbindung könnte außerdem auch positive Auswirkungen auf die 
 Stadtentwicklung rund um den Harburger Binnenhafen und der Harburger Innenstadt. 
 Ähnlich wie die bereits als Tourismuslinie etablierte Fährlinie nach Finkenwerder 
 wäre auch eine Harburger Fähre touristisch lukrativ.

 Der Harburger Binnenhafen erlebt aktuell eine sehr positive Entwicklung. Mehr 
 Besucher würden diese Entwicklung weiter stärken. Dies beispielsweise in Form eines 
 Ausbaus der Promenade, das Entstehen neuer Restaurants und weiterer Angebote am 
 Wasser.

 Auch Hotels in Harburg könnten von einer solchen Fährlinie profitieren. Die 
 Hotelpreise in Harburg sind deutlich günstiger als im Hamburger Stadtkern. Eine 
 direkte Fährverbindung zu den Landungsbrücken würde die Hotels deutlich attraktiver 
 für Touristen machen.

 Nicht zuletzt würde das zusätzliche Angebot einer Fähre nach Harburg aber auch die 
 Verbindung nach Finkenwerder vom Tourismus perspektivisch entlasten.

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