I. Präambel
Die Anbindung mittels öffentlicher Verkehrsmittel in den Hamburger Süden fällt immer wieder durch ihre Unzuverlässigkeit auf. Das maßgebliche Problem ist hierbei, dass der Schienennahverkehr in den Süden im Wesentlichen lediglich über einen Korridor angebunden ist. Sowohl die S3 als auch die S5 fahren beide durch den Harburger S-Bahn-Tunnel und nutzen denselben Weg bis zum Hauptbahnhof.
So kommt es bei jeglichen Störungen, Bauarbeiten oder anderen Einschränkungen zum Erliegen der Hauptverbindung von Süden nach Norden. Dies bringt die Pendler, die auf diese Strecke angewiesen sind, regelmäßig zur Verzweiflung, da sie auf diese Strecke angewiesen sind.
Denn in solchen Fällen bleiben derzeit nur wenige Alternativen. Je nachdem, auf welchem Bereich die S-Bahn nicht mehr verkehrt, kommen Bus, Taxi, die Weiterfahrt mit Regionalzügen oder eine Kombination aus diesen Mitteln in Frage. Dies führt aber auch in jeden Fall zu deutlich längeren Fahrzeiten, überfüllten Verkehrsmitteln und einer insgesamt unzuverlässigen Verkehrssituation.
Aus diesem Grund fordern wir mehr Resilienz in der ÖPNV-Anbindung des Hamburger Südens
durch einen weiteren, unabhängigen Verkehrsweg, die Fähre:
II. Umsetzung
Für die Fähre soll der ehemalige Fähranleger Dampfschiffweg in Harburg wieder in
Betrieb genommen werden. Zwischen diesem und den St.-Pauli-Landungsbrücken soll die
Fähre verkehren. Naheliegend wäre der Betrieb durch die HADAG, dem Tochterunternehmen
der Hamburger Hochbahn AG. Die Fähre soll vollständig in den HVV-Tarif integriert
sein, damit sie auch eine realistische Alternative für Pendler darstellt.
Dabei soll zuerst geprüft werden, ob eine geeignete, schnelle Route existiert.
Bevorzugt soll für die Fähre die Route Süderelbe – Köhlbrand – Norderelbe in Betracht
gezogen werden. Hier sollte sich um eine Sondergenehmigung für das schnellere
Verkehren im Hafen bemüht werden, damit die Fähre konkurrenzfähig zur S-Bahn ist.
Zur Konkurrenzfähigkeit gehört auch eine adäquate Anbindung des Fähranlegers in den
ÖPNV in Harburg. Hierzu ist es notwendig, dass am Fähranleger eine Bushaltestelle
errichtet wird, von der aus sowohl die S-Bahn-Station Bahnhof Harburg als auch
Harburg Rathaus erreichbar sind. Auch sind an dem Fähranleger genügend
Fahrradstellplätze vorzusehen, sodass Pendlern ein einfacher Umstieg ermöglicht wird.
Bei Störungen, Bauarbeiten oder Ausfällen sollte im Idealfall der Betrieb der Fähre
ausweitbar sein, zum Beispiel durch eine Erhöhung der Taktung oder dem Einsatz
größerer Schiffe.
Die Einrichtung der Fähre soll zunächst als Pilotprojekt erfolgen. Hier können
Nachfrage, Auslastung, Fahrzeiten, Betriebskosten und geeignete Taktungen erfasst
werden. Auf Grundlage eines solchen Pilotbetriebs soll dann mit den gesammelten
Werten eine dauerhafte Fähre in geeignetem Umfang eingerichtet werden.
III. Harburg als Tourismusort
Eine Fährverbindung könnte außerdem auch positive Auswirkungen auf die
Stadtentwicklung rund um den Harburger Binnenhafen und der Harburger Innenstadt.
Ähnlich wie die bereits als Tourismuslinie etablierte Fährlinie nach Finkenwerder
wäre auch eine Harburger Fähre touristisch lukrativ.
Der Harburger Binnenhafen erlebt aktuell eine sehr positive Entwicklung. Mehr
Besucher würden diese Entwicklung weiter stärken. Dies beispielsweise in Form eines
Ausbaus der Promenade, das Entstehen neuer Restaurants und weiterer Angebote am
Wasser.
Auch Hotels in Harburg könnten von einer solchen Fährlinie profitieren. Die
Hotelpreise in Harburg sind deutlich günstiger als im Hamburger Stadtkern. Eine
direkte Fährverbindung zu den Landungsbrücken würde die Hotels deutlich attraktiver
für Touristen machen.
Nicht zuletzt würde das zusätzliche Angebot einer Fähre nach Harburg aber auch die
Verbindung nach Finkenwerder vom Tourismus perspektivisch entlasten.