20.06.2026

Meisterlich in die Zukunft – Duale Ausbildungen stärken

Die duale Ausbildung ist kein Auslaufmodell. Sie ist eines der stärksten Aufstiegsversprechen unseres Landes. Wer eine Ausbildung macht, lernt nicht nur für Prüfungen, sondern übernimmt Verantwortung, schafft Werte, steht mitten im Leben und kann aus eigener Kraft beruflich aufsteigen.

Trotzdem steht die duale Ausbildung in Hamburg unter Druck. Zu viele junge Menschen finden keinen passenden Ausbildungsplatz. Gleichzeitig bleiben viele Stellen unbesetzt. Zu viele Betriebe wollen ausbilden, verlieren sich aber in Zuständigkeiten, Formularen und unübersichtlichen Förderstrukturen. Zu viele Jugendliche erleben berufliche Bildung noch immer als zweite Wahl, obwohl sie längst erster Weg in Selbstständigkeit, Fachkräftekarriere, Meister, Techniker, Studium oder Gründung sein kann.

Wir Liberale setzen auf starke, autonome Individuen. Dazu gehört, dass junge Menschen früh echte Praxis erleben können, ihre Talente entdecken und unabhängig von Elternhaus, Herkunft und finanzieller Lage ihren eigenen Weg gehen können. Eine moderne Ausbildungspolitik darf deshalb nicht erst dann reagieren, wenn Jugendliche bereits verloren gegangen sind. Sie muss Orientierung geben, Chancen öffnen und Leistung sichtbar machen.

Hamburg braucht daher kein neues Förderdickicht, keine neue Behörde und kein weiteres Antragsmonster. Hamburg braucht ein schlankes, digitales und talentorientiertes Ausbildungssystem mit klaren Zuständigkeiten, einfachen Zugängen, pauschalisierten Budgets, messbarer Wirkung und konsequenter Ausrichtung auf Zukunftsbranchen.

Wir fordern daher, die duale Ausbildung in Hamburg entlang folgender Leitentscheidungen und Maßnahmen weiterzuentwickeln:

1. Beste Berufsschulen durch Wettbewerb

 Das deutsche System der dualen Ausbildung ist ein international angesehenes 
 Erfolgsmodell, dessen Finanzierung bereits heute durch weitgehend private 
 Finanzierung funktioniert. Jedoch reizt das System in Hamburg noch lange nicht die 
 Möglichkeiten der Qualitätsoptimierung aus. Momentan befinden sich viele 
 Berufsschulen in kommunaler Trägerschaft. Mit dieser gehen die staatliche Kontinuität 
 an gleichbleibender – im Zweifel begrenzt qualitativer – Lehrqualität einher. 
 Tendenziell höheren Kosten, mit einem kaum bestehenden Anreizsystem, zur Beendigung 
 dessen einher. Hier bedarf es eines Paradigmenwechsels:

 Wir fordern daher die stückweise Überführung von Berufsschulen, die sich aktuell in 
 kommunaler Trägerschaft befinden, in private Trägerschaften zu überführen. Die bisher 
 bestehenden Fördergelder des Landes und der Kommune sollen folglich gebündelt werden 
 und den Auszubildenden in Form eines Bildungsgutscheines zur Verfügung gestellt 
 werden. Diese Bildungsgutscheine erhalten dann die Betriebe, bei welchen die 
 Auszubildenden lernen. Der Betrieb kann nur frei mit seinem Bildungsgutschein eine 
 Berufsschule in Hamburg wählen, die der Auszubildende besucht.

 So entsteht für Berufsschulen ein marktwirtschaftlicher Wettbewerb, der zu einer 
 andauernden Qualitätssteigerung in Service sowie der Lehre zu einem möglichst 
 geringen Preis führt.

 2. Ausbildungsberufe ernst nehmen: Talente fördern.

 Viele Auszubildende verfügen über enormes Talent in ihrem Handwerk. Einstweilen wird 
 dies jedoch kaum in Form von Stipendien gefördert. Hierdurch geht einiges an 
 Potential verloren, indem akademische Bildungswege Spitzenleistungen in handwerklichen 
 Ausbildungen gesellschaftlich schlechter gestellt werden. Wir fordern daher die 
 Bildung eines Hamburger Exzellenzpfades für besonders leistungsstarke Auszubildende. 
 Jenes soll in Form eines Stipendiums ausgestaltet sein, das handwerkliche 
 Spitzenleistungen nach außen hin sichtbar   machen und auch finanziell unterstützen. 
 Auch sollen durch die Stipendien gezielt Alumni-Netzwerke aufgebaut werden, die in 
 Form von Mentoring-Programmen genutzt werden.

3. Azubi-Erasmus realisieren

 Zeit im Ausland zu verbringen und in seinem Fachbereich internationale Erfahrungen zu 
 sammeln, ist für Studenten durch die Erasmus-Programme der Europäischen Union ein 
 beinahe alltäglicher Prozess. Vergleichbare Möglichkeiten existieren bisher für 
 Auszubildende jedoch nicht. Auch Auszubildende sollen von den großartigen Vorteilen 
 eines Auslandsaufenthaltes profitieren dürfen! Hamburg soll sich daher auf 
 Bundesebene dafür einsetzen über die Bundesregierung einen entsprechenden Prozess der 
 Gesetzgebung der Europäischen Union anstoßen, um ein, dem Erasmus-Programm 
 entsprechendes Programm für Auszubildende möglich zu machen.

 Bezüglich der Dauer des Programms sollen Vertreter von Betrieben und Auszubildende 
 gehört werden. Den Auszubildenden soll folglich ein Anspruch auf die Realisierung 
 eines Azubi-Erasmus-Programms in der festgelegten Dauer zustehen.

 Den Berufsschulen und Betrieben sollen hierfür standardisierte Prozesse für 
 Lernvereinbarungen, Versicherung, Anerkennung und Vertretung zur Verfügung gestellt 
 werden.

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