In der Freien und Hansestadt Hamburg ist die Realität der Begabtenförderung aktuell eine Lotterie: Während eine kleine Anzahl von privilegierten Netzwerkschulen (sog. „LemaS“) über spezielle Budgets und Ressourcen verfügt, gehen die klassischen Regelschulen leer aus. So werden aktuell weniger als 15% der weiterführenden Schulen in Hamburg mit einem Budget für Leistungs- und Begabtenförderung gefördert. Das ist das Gegenteil von liberaler Bildungsgerechtigkeit. Ein Talent darf nicht deshalb unentdeckt oder ungefördert bleiben, weil es die „falsche“ Schule besucht.
Die Jungen Liberalen Hamburg setzen sich für eine echte, flächendeckende und vom
konkreten Schulstandort unabhängige Leistungs- und Begabtenförderung ein. Um die
vagen Forderungen des Bundestagswahlprogramms 2025 mit konkretem Leben zu füllen und
die Ungerechtigkeit im Hamburger Schulsystem zu beenden, fordern wir:
- Einführung von zweckgebundenen Budgets: Jede staatliche Schule in Hamburg
- insbesondere die Regelschulen (Stadtteilschulen und Gymnasien außerhalb
bestehender Netzwerke) – erhält ein eigenes, zweckgebundenes Budget für die
Leistungs- und Begabtenförderung. - Schluss mit der Zwei-Klassen-Förderung: Die finanzielle Bevorzugung von wenigen
ausgewählten „Netzwerkschulen“ wird aufgegeben. Begabtenförderung darf kein
Privileg des Wohnorts oder des Schulaufnahmekriteriums sein. - Autonomie für Schulen: Die Schulen entscheiden im Rahmen ihrer Budgethoheit
weitgehend eigenverantwortlich, wie sie diese Mittel einsetzen (z. B. für
zusätzliche Enrichment-Angebote, Kooperationen mit Universitäten, Drehtürmodelle
oder spezielle Lehr- und Lernmaterialien). - Fortbildungsoffensive für Lehrkräfte: Ein Teil des Budgets soll für die gezielte Weiterbildung von Lehrkräften genutzt werden sollen, um Talente im Regelschulbetrieb frühzeitiger zu erkennen und individuell zu fördern