Öffentliche Sitzbänke sind mehr als bloß Stadtmobiliar. Sie entscheiden darüber, ob Menschen Wege selbstständig zurücklegen, Parks und Plätze nutzen, im Alltag Pausen machen und am öffentlichen Leben teilnehmen können. Gerade in einer wachsenden und älter werdenden Stadt wie Hamburg ist Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum eine Frage von Freiheit, Selbstbestimmung und Teilhabe.
Für viele Menschen sind Sitzgelegenheiten im öffentlichen Raum unverzichtbar. Das gilt insbesondere für ältere Menschen, Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, Personen mit Rollator, Rollstuhl oder anderen Gehhilfen, Schwangere sowie Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen häufiger Pausen benötigen. Wenn Sitzflächen zu niedrig sind, Rückenlehnen fehlen oder Armlehnen nicht vorhanden sind, wird das Hinsetzen und Aufstehen unnötig erschwert. Sitzbänke, die eigentlich zum Verweilen einladen sollen, sind dann für viele Menschen kaum nutzbar.
Der demografische Wandel macht diese Frage noch dringlicher. Hamburgs Bezirke müssen öffentliche Räume so gestalten, dass sie von möglichst vielen Menschen eigenständig genutzt werden können. Barrierearme und altersgerechte Sitzgelegenheiten sind dabei eine einfache, pragmatische und vergleichsweise kostengünstige Maßnahme. Sie erhöhen die Aufenthaltsqualität, stärken die Nutzbarkeit von Grünanlagen, Wegen und Plätzen und machen den öffentlichen Raum inklusiver, ohne ihn zu überregulieren.
Die Jungen Liberalen Hamburg fordern daher alle Hamburger Bezirksverwaltungen auf,
- Bei der Neuaufstellung oder Erneuerung von Sitzbänken im öffentlichen Raum künftig stärker zu prüfen, an welchen geeigneten Standorten altersgerechte und barrierearme Sitzgelegenheiten vorgesehen werden können,
- insbesondere an Standorten mit mehreren Sitzgelegenheiten darauf hinzuwirken, dass mindestens eine Bank mit altersgerechter Sitzfläche sowie Rücken- und Armlehnen ausgestattet wird,
- bei der Planung geeigneter Standorte auch ausreichende Flächen für Rollatoren, Rollstühle oder andere Mobilitätshilfen im unmittelbaren Umfeld der Sitzgelegenheiten mitzudenken.