Hamburg, 27. Februar 2026
Die Jungen Liberalen Hamburg sind besorgt über die zunehmenden antisemitischen Vorfälle an der Universität Hamburg. Für die Jungen Liberalen Hamburg ist klar: Hochschulen müssen Orte der Freiheit, des offenen Diskurses und der wissenschaftlichen Exzellenz sein. Aktuell ist jedoch zu beobachten, dass die Universität Hamburg für jüdische Studierende und politisch Andersdenkende zunehmend zu einem Angstraum wird.
In den vergangenen Monaten häufen sich Berichte über antisemitische Schmierereien, israelfeindliche und antisemitische Narrative im universitären Umfeld sowie Einschüchterungen gegenüber Studierenden mit abweichenden politischen Positionen. Jüdische Studierende berichten von einem Klima der Unsicherheit. Diese Entwicklung ist mit dem Anspruch Hamburgs als weltoffene Wissenschaftsmetropole unvereinbar.
„Wer Antisemitismus ignoriert, relativiert oder gar duldet, gefährdet nicht nur die Freiheit von Forschung und Lehre, sondern verkennt auch die deutsche Verantwortung gegenüber jüdischem Leben. Universitäten tragen eine besondere Verantwortung gegenüber eben diesen: Es ist unsere Aufgabe jüdisches Leben zu schützen und extremistischen Tendenzen, von rechts wie von links, entschieden entgegenzutreten“, erklärt Marleen Schmidt, stellvertretende Landesvorsitzende der Jungen Liberalen Hamburg.
Vor diesem Hintergrund haben sich die Jungen Liberalen Hamburg gemeinsam mit der Liberalen Hochschulgruppe der Universität Hamburg am 24. Februar mit Daniel Aschheim, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der israelischen Botschaft in Berlin, zu einem Austausch getroffen. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen Antisemitismus und Antizionismus in Hamburg sowie konkrete Entwicklungen an der Universität Hamburg.
Der Austausch hat deutlich gemacht: Antizionismus dient häufig als Deckmantel für altbekannte antisemitische Ressentiments. Die Universitätsleitung darf bei entsprechenden Vorfällen nicht zögern, sondern muss konsequent handeln. Dazu gehören eine lückenlose Dokumentation antisemitischer Vorfälle, transparente Kommunikation, sowie im Rahmen des geltenden Hochschulrechts, disziplinarische Maßnahmen.
Die Jungen Liberalen Hamburg fordern daher eine klare öffentliche Positionierung der Universitätsleitung gegen jede Form von Antisemitismus, die konsequente Einschaltung der Antidiskriminierungsstelle bei entsprechenden Vorfällen sowie die Sicherstellung, dass extremistische Strukturen auf dem Campus keinen institutionalisierten Raum erhalten.
Wissenschaftsfreiheit bedeutet Meinungsvielfalt. Sie endet jedoch dort, wo Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Religion oder Identität bedroht oder eingeschüchtert werden. Die Universität Hamburg darf nicht zulassen, dass sich jüdische Studierende auf dem Campus unsicher fühlen, ihre Herkunft oder Glauben verschweigen müssen oder gar aufgrund ihres Glaubens ihr Studium vorzeitig beenden.
Die Jungen Liberalen Hamburg werden sich weiterhin mit Nachdruck für eine Universität in Hamburg einsetzen, die Freiheit, Sicherheit und Verantwortung gleichermaßen garantiert.