Die Jungen Liberalen Hamburg sind der Überzeugung, dass KI verbindlich, fächerintegriert und pädagogisch sinnvoll eingesetzt werden soll – als Werkzeug, nicht als Ersatz. Die fortschreitende Digitalisierung und der zunehmende Einsatz von Künstlicher Intelligenz verändern Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft grundlegend und werden zu einem integralen Bestandteil. Unser Ziel sollte es deshalb sein, die jungen Menschen frühzeitig und systematisch auf die Realität vorzubereiten, durch die Vermittlung von KI-Kompetenzen.
Derzeit fehlt es in der schulischen Bildung jedoch an einer verbindlichen und einheitlichen Vermittlung von Kenntnissen über Funktionsweise, Chancen und Risiken von KI-Systemen. Einzelne freiwillige Projekte reichen hier nicht aus.
Statt ein neues Schulfach zu erschaffen, ist es sinnvoller und effizienter, KI-Kompetenzen fächerübergreifend in bestehende Unterrichtsfächer zu integrieren. So können Schüler praxisnah lernen, KI verantwortungsvoll, kritisch und produktiv zu nutzen.
Struktur und Umsetzung
Um einen praxisnahen und verantwortungsvollen Umgang zu ermöglichen, bedarf es der Nutzung schulischer und landesweiter, datenschutzkonformer KI-Plattformen, die auf schulische Inhalte und Strukturen abgestimmt sind. Diese sollen sich an bestehenden hochschulischen Best-Practice-Systemen orientieren, wie zum Beispiel Syntea, da sie einen verantwortungsvollen Umgang fördern und als Vorreiter gelten. Die programmatische Umsetzung soll im Allgemeinen von KI-Experten durchgeführt werden.
Dazu fordern wir eine landesweite Plattformstrategie und eine Open-Source-Präferenz, um langfristige Abhängigkeiten zu vermeiden, sowie Interoperabilität, um möglichst unabhängig agieren zu können. Zur erfolgreichen Umsetzung im Unterricht fordern wir regelmäßig verpflichtende Fortbildungsangebote für Lehrkräfte von den Landesinstituten für Lehrerbildung sowie Rahmenlehrpläne und Handreichungen.
Der gesamte Betrieb schulischer KI-Systeme soll nur durch zertifizierte Anbieter unter klarer staatlicher Aufsicht erfolgen. Die gesamte Umsetzung sollte DSGVO-konform sein und die Einhaltung landesspezifischer Schuldatenschutzgesetze garantieren.
Pädagogische Nutzung
KI sollte primär als unterstützendes Werkzeug eingesetzt werden und grundsätzlich als Lern-, Analyse- und Feedback-Werkzeug agieren. Insbesondere im Bereich der Lernanalyse und individuellen Förderung kann KI einen Beitrag leisten, da sie als individuelles Werkzeug fungiert. Dazu fordern wir Pilotprojekte, welche den Einsatz von KI im Bereich der Arbeitskorrektur unter Eingabe des Erwartungshorizonts ermöglichen – KI also als Zweitgutachten, Strukturhilfe oder RubricCheck, aber nicht als Objektivitätsgarant, um subjektive Entscheidungen sowie Entscheidungen mit Vorurteilen zu vermeiden. Bei Differenzen von mehr als einer Note fordern wir eine pädagogische Entscheidung der Lehrkraft. Die pädagogische Verantwortung verbleibt dabei stets bei den Lehrkräften.
Frühe Kompetenzvermittlung
KI-Kompetenzen müssen früh vermittelt werden, um eine verbindliche und einheitliche Vermittlung von Kenntnissen über Funktionsweise, Chancen und Risiken von KI-Systemen zu gewährleisten. Hierfür bieten sich altersgerechte Lernformate, z. B. KI-Days, sowie eine fächerübergreifende Integration an. Die Vermittlung soll entlang klar definierter Kompetenzstufen erfolgen. Solche Formate ermöglichen es, KI-Themen gebündelt und praxisnah zu vermitteln.
Inhaltliche Kompetenzen
Wir fordern die Einführung landesweit verbindlicher Mindeststandards. In der Grundschule geht es um das Verständnis und den grundlegenden Umfang, in der In der Sekundarstufe I werden Risiken und Chancen behandelt, in der Sekundarstufe II steht die kritische Analyse und produktive Nutzung im Vordergrund. Ein zentraler Bestandteil der KI-Kompetenz ist die Fähigkeit, KI-generierte Inhalte kritisch zu hinterfragen. Hierzu zählen insbesondere Kompetenzen in den Bereichen Bias, Erkennung und ein allgemeiner kritischer Umgang. Auch der bewusste und zielgerichtete Umgang mit KI durch präzise Eingaben (Prompts) ist entscheidend.